home

 

zurück


Empfehlungen zur Diagnostik von „Blutparasiten“

Babesiose

Eingangsuntersuchung Bestätigung/Ausschluss Therapiekontrolle
Blutausstrich / PCR Serologie PCR
  • häufig hämolytische Anämie und Thrombozytopenie
  • Mikroskopisch morphologischer Nachweis (Problem: Sensitivität)
  • AK-Bestimmung nur eingeschränkt zu empfehlen, weil
    • Gattungsspezifisch (Babesia canis, Babesia gibsoni usw.)
    • oft sehr verzögerte, teilweise ausbleibende Serokonversion
    • Titer bleibt trotz erfolgreicher Therapie sehr lange hoch
  • Direktnachweis mittels PCR ist spezifischste und sensitivste Methode
  • Nachweis von Babesia spp. (Sequenzierung zur Gattungsbestimmung ist möglich)
  • Probenmaterial 1ml EDTA-Blut


Ehrlichiose

Eingangsuntersuchung Bestätigung/Ausschluss Therapiekontrolle
PCR und Serologie PCR (Milz/Knochenmark) Serologie PCR(Milz/KM)
  • häufig nicht-regenerative Anämie und Thrombozytopenie
  • Meist keine mikroskopisch morphologischen Hinweise
  • AK-Bestimmung nur eingeschränkt zu empfehlen, weil
  • Gattungsspezifisch (Ehrlichia canis, Anaplasma phagozythophilum)
    • oft sehr verzögerte Serokonversion
    • Kreuzreaktivität (falsch positive Ergebnisse)
    • Titer bleibt trotz erfolgreicher Therapie sehr lange hoch
    • Hohe Titer bei Hunden aus Endemiegebieten
  • Direktnachweis mittels PCR: spezifischste und sensitivste Methode
    • schon in subklinischer und akuter Phase im Blut nachweisbar
    • Therapiekontrolle
    • Problem: chronische Ehrlichiose ? Knochenmarks- oder Milzpunktat
  • Nachweis von Ehrlichia spp. (Sequenzierung zur Gattungsbestimmung möglich)
  • Probenmaterial 1ml EDTA-Blut, in chronischer Phase Milz- oder Knochenmarkspunktat

ALOMED-Ehrlichiose-Studie: seit einiger Zeit „sammeln“ wir nun schon in unserem Labor Fälle von „Ehrlichiose“ beim Hund. Wir orientieren uns dabei an den Ergebnissen von Serologie (Nachweis von IgM/IgG-Antikörpern gegen Ehrlichia canis und/oder Anaplasma phagozytophilum) und dem Nachweis von Ehrlichia-spp.-DNA mittels PCR (aus EDTA-Blut!). Zudem haben wir relevante Daten aus den uns vorliegenden klinisch-chemischen und hämatologischen Untersuchungen ausgewertet. Bis heute haben wir 8 Fälle „Serologie und PCR positiv“, 14 Fälle „Serologie positiv, PCR negativ“ und 3 Fälle „Serologie negativ, PCR positiv“. Wir verschicken an die behandelnden Ärzte Anamnese- und Dokumentationsbögen, um für diese Fälle Daten zum möglichen Infektionsort, zur klinischen Symptomatik und Therapie zu erhalten.

„Hämobartonellose“ (Hämotrophe Mycoplasmen)

Eingangsuntersuchung Bestätigung/Ausschluss Therapiekontrolle
Blutausstrich / PCR PCR (Serologie) PCR
  • Großes Blutbild: hämolytische Anämie mit Anisozytose
  • Mikroskopisch morphologischer Nachweis
  • AK-Bestimmung: Rickettsia-IFAT (Kreuzreaktivität
  • PCR (aus EDTA-Blut):
    • hohe Sensitivität und Spezifität
    • Speziesbestimmung: Mycoplasma haemocanis oder Candidatus mycoplasma haemominutum ähnliche Spezies
    • Therapiekontrolle

„Hämobartonellose“-Studie beim Hund: Mycoplasma-Infektionen bei der Katze sind vielfach beschrieben und haben ihren festen Platz in der Anämie-Diagnostik. Auch bei Hunden sind Infektionen beschrieben, ihre Rolle als Primärerkrankung ist jedoch nicht gesichert. Bei der mikroskopischen Leukozyten-Differenzierung finden wir seit vielen Jahren – als Zufallsbefund - mikroskopisch-morphologische Hinweise auf einen Mycoplasma-Befall. Zur Bestätigung eines Infektionsverdachtes haben wir den DNA-Nachweis mittels PCR aus EDTA-Blut entwickelt und validiert. Mit Hilfe dieser molekularbiologischen Methode finden wir auch beim Hund unterschiedliche Mycoplasma-Spezies und sind nun sehr daran interessiert, weitere Erkenntnisse über mögliche Zusammenhänge mit klinischen Erscheinungen dieser Patienten zu erlangen. Daher verschicken wir auch hier an die behandelnden Ärzte Anamnese- und Dokumentationsbögen.

Leishmaniose

Eingangsuntersuchung Bestätigung/Ausschluss Therapiekontrolle
Serologie
Albumin/Gesamteiweiß
PCR (Lymphknoten oder Knochenmark) PCR (LK / KM)Albumin/GE
  • PCR-Nachweis aus Blut gelingt eher selten. Lymphknoten- oder Knochenmarkspunktat, eventuell veränderte Hautstellen, stellen optimales Material zum direkten Erregernachweis dar.

Filariose / Dirofilariose

Eingangsuntersuchung Bestätigung/Ausschluss Therapiekontrolle
Blutausstrich
Antigen-ELISA (D. immitis)
Knott-Test Blutausstrich
Antigen-ELISA (D. immitis)

Rickettsiose

Eingangsuntersuchung Bestätigung/Ausschluss Therapiekontrolle
PCR Serologie PCR
  • Serologie: Nachweis von Rickettsia conorii
  • PCR (aus EDTA-Blut): Nachweis von Rickettsia spp., also R. conorii, R. helvetica, R. rickettsii