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Canines Thyreotropin (cTSH)

Indikation

  • Bestätigung einer primären Hypothyreose
  • Therapie-Überwachung bei T4-Substitution

Physiologischer Hintergrund

Die Schilddrüse ist in einen Rückkopplungsregelkreis integriert. Die Steuerung ihrer Hormonsynthese erfolgt über das im Hypothalamus gebildete TRH (Thyreotropin-Releasing-Hormon), das die Synthese und Sekretion des TSH im Hypophysen-Vorderlappen induziert. Das TSH stimuliert (durch Bindung an Rezeptoren der Schilddrüsen-Zellmembran) die Synthese und Sekretion der Schilddrüsenhormone T4 und T3. Über den Hypophysen-Schilddrüsen-Regelkreis werden die Serumkonzentrationen der freien Hormone fT4 und fT3, die letztlich funktionell wirksam sind, konstant gehalten. Erhöhte Werte hemmen die Freisetzung von TSH aus der Hypophyse, erniedrigte Werte der freien Hormone haben eine erhöhte TSH-Produktion zur Folge.

Damit ist eine erhöhte TSH-Konzentration im Serum als diagnostischer Marker einer primären Hypothyreose verwendbar.

Erhöht bei:

  • Primärer Hypothyreose
  • (durch Zerstörung, Atrophie, oder Verlust von Schilddrüsen-Gewebe)
  • Schilddrüsenkarzinom mit stark verminderter T4-Sekretion
  • Therapie mit T4-senkenden Medikamenten (z.B. Cotrim, Antiepileptika, Glukokortikoide)

Erniedrigt bei:

  • Sekundärer Hypothyreose (aufgrund verminderter hypophysärer TSH-Sekretion)
  • T4-Substitutionstherapie (aufgrund der exogenen T4-Zufuhr)
  • Hyperthyreose (beim Hund selten)

Referenzbereich Hund:

  • 0,04 – 0,62 µg/l (bei Welpen unter 10 Monaten: 0,04 - ca. 0,3 µg/l)

Präanalytik

Serum ist das geeignete Probenmaterial (Menge: 0,5 ml).
Serum nach Gewinnung kühl lagern. Postversand ist jedoch ungekühlt möglich

Validierungsstand (Hund)

Das canine TSH (cTSH), ein von der Firma DPC (Los Angeles, USA) speziell für die Anwendung beim Hund entwickeltes Testverfahren wird im Rahmen der im September 2001 von ALOMED begonnen multizentrischen, labormedizinischen - klinischen Studie „Hypothyreose beim Hund“ validiert.
Als Goldstandard zur Diagnostik der caninen Hypothyreose wird in der Studie der TSH-Stimulationstest eingesetzt.

Eine Referenzwertermittlung an einem Kollektiv gesunder Hunde (N=41) ergab für das cTSH obengenannten Bereich von 0,04-0,62 µg/l.

Nach den bisherigen Daten (Stand Juni 2005) liegt die diagnostische Sensitivität des Verfahrens zur Erkennung einer primären Hypothyreose bei 90 %, die diagnostische Spezifität bei 92 %. Das cTSH besitzt als Einzelparameter damit die höchste diagnostische Spezifität unter den Schilddrüsenparametern, wird also durch Nicht-Schilddrüsenerkrankungen offenbar am wenigsten beeinflusst.

Es muss darauf hingewiesen werden, daß es sich bei diesem cTSH-Test um ein Verfahren der 1. Generation handelt und durch eine Weiterentwicklung eine Steigerung der analytischen und diagnostischen Eigenschaften zu erwarten ist.

Die analytische Fähigkeit des vorliegenden cTSH-Testsystems zur Unterscheidung zwischen normal und erniedrigt (kleiner 0,04 µg/l) ist bisher im Rahmen unserer Studie (Stand Juni 2005) nicht ausreichend geprüft.

Bei einem von der Herstellerfirma DPC durchgeführten Methodenvergleich zwischen dem IMMULITE Canine TSH und dem von derselben Firma schon länger erhältlichen immunradiometrischen TSH-Test (Coat-A-Count Canine TSH IRMA) war im Meßbereich 0,04-9,0 µg/l eine praktisch 100 %ige Übereinstimmung der Werte nachweisbar.

Beurteilung und Interventionsgrenzen

  • Werte im Referenzbereich (bis 0,62 µg/l) schließen eine Hypothyreose mit einer 95 %-igen Wahrscheinlichkeit aus. Sofern jedoch klare klinische Hinweise auf eine Hypothyreose bestehen, muss zur weiteren Abklärung der TSH-Stimulationstest durchgeführt werden.
     
  • Werte über 0,62 µg/l sind stark verdächtig für das Vorliegen einer Hypothyreose (Werte größer 0,88 sind nach unseren bisherigen Daten beweisend für eine primäre Hypothyreose).
     
  • Werte unter 0,04 µg/l sind verdächtig auf eine Hyperthyreose (sofern Patient über 12 Monate alt).
     
  • Unter T4-Substitutionstherapie sollte die TSH-Konzentration (6 Stunden post-pill) im Bereich von kleiner 0,1 µg/l liegen (also im ‚niedrignormalen’ bis supprimierten Bereich). Bei Werten über 0,1 µg/l empfiehlt sich eine Erhöhung der Dosierung.