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Archiv - nach Themen geordnet

Die Zuchthündin im Fokus

Die Bestimmung des optimalen Deckzeitpunktes ist für Züchter ein wichtiges Thema, bei dem sie auf kompetente Unterstützung ihres Tierarztes zählen. ALOMED steht Ihnen hierbei gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Veränderungen im Verhalten können aufmerksame Besitzer häufig selbst gut beurteilen, die Vaginoskopie in der Tierarztpraxis gibt weitere Anhaltspunkte und auch Laboruntersuchungen wie Zytologie und Hormonbestimmungen können einen essentiellen Beitrag dazu leisten, den optimalen Zeitpunkt für die Bedeckung nicht zu verpassen.
Sehr gängig ist hier die Bestimmung des Progesteron-Wertes aus dem Serum. Die Progesteronkonzentration liegt zum Ovulationszeitpunkt zwischen 4.0 und 8.0 ng/ml. Günstiger Bedeckungszeitpunkt ist 24 – 48 Stunden später, gerechnet ab der Blutentnahme. Führt man parallel eine Vaginalzytologie durch, ist diese charakterisiert durch Nesterbildung von Schollen und Superfizialzellen, Erythrozyten sind hingegen wenig bis gar nicht vorhanden.

Bei ALOMED bieten wir Ihnen den Service, dass Halter die Blutprobe auch direkt im Labor vorbeibringen können – hat der Besitzer die Vermutung, der optimale Deckzeitpunkt ist nahe und hat vielleicht auch schon einen Termin mit dem Besitzer des Rüden vereinbart, kann er gegebenenfalls noch vormittags mit dem Ergebnis rechnen und sich direkt auf den Weg begeben.

Doch Progesteron ist auch in anderen Fällen ein nützlicher Parameter: Zum Anzeigen der Gelbkörperfunktion und zur Diagnose einer Corpus-Luteum-Insuffizienz – in diesem Fall sind Mehrfachbestimmungen notwendig. Der Progesteronwert ist hier permanent unterhalb des Normbereichs. Für eine intakte Trächtigkeit sind Werte >5 ng/ml notwendig, Werte darunter sind kritisch und können zu Aborten führen. Um das zu vermeiden, sollte in diesem Fall bis einige Tage vor dem Geburtstermin Progesteron substituiert werden.

Auch kurz vor der Geburt kann die Progesteronbestimmung sinnvoll sein, da der Wert hier auf <1,5 ng/ml sinkt.

Um aussagekräftige und zuverlässige Werte zu erhalten, sollte die Progesteronbestimmung mit einem für die Tiermedizin validierten Test durchgeführt werden, viele humanmedizinische Tests messen beim Hund falsch erhöhte Werte.

Neben der Bestimmung des Progesterons gibt es aber noch weitere Werte, die in der Reproduktionsmedizin des Hundes eine wichtige Rolle spielen:
Die Bestimmung des Anti-Müller-Hormons (AMH) kann genutzt werden, wenn nicht klar ist, ob eine Hündin vollständig kastriert wurde. Bei hoher Konzentration ist der Wert hinweisend auf endokrin aktives Ovarialgewebe.

Östradiol-17β wird bei Störungen des Sexualzyklus bestimmt, bei Verdacht auf Neoplasien des Ovars, Ovarialzysten – aber auch beim Rüden bei Verdacht auf einen Sertolizelltumor.

Bleibt die Hündin ‚leer‘ kann dies infektiös (bakteriell, viral, parasitär) bedingt sein, aber auch nicht-infektiöse Ursachen haben: Hypothyreoidisumus, Hypoluteinismus, Hyperprolaktinämie. Nicht immer muss es aber an der Hündin liegen, im Zweifel sollte auch eine Sperma- Untersuchung des Rüden in Betracht gezogen werden.
Wenn eine Hündin nach ‚Leerbleiben‘ erneut gedeckt werden soll, empfiehlt es sich, zu Beginn der Läufigkeit einen Scheidentupfer für die bakteriologische Untersuchung einzusenden. Bei pathologischem Befund kann so rechtzeitig mit dem passenden Antibiotikum behandelt werden.
Zudem ist es empfehlenswert den Impfstatus der Hündin grundsätzlich und im Speziellen hinsichtlich caniner Herpesviren zu überprüfen, um das Risiko für Fruchtbarkeitsprobleme und Welpensterben zu minimieren. Zur Abklärung des Infektionsstatus kann ein Antikörpertest aus Serum und eine PCR aus Abstrichmaterial durchgeführt werden.
Zur Empfehlung, der Hündin während der Läufigkeit die Aminosäure L-Tyrosin zu verabreichen, um Deckbereitschaft und Fruchtbarkeit in dieser Phase zu verbessern, gibt es hingegen keine fundierten wissenschaftlichen Quellen.

 

Weitere Informationen zu den erwähnten Untersuchungen:

  1. Progesteron:
    Material: 0,5 ml Serum
    Untersuchungsdauer – 1 Arbeitstag. Bei selbst ins Labor gebrachten Proben Ergebnis am selben Arbeitstag
  1. AMH:
    Material (gekühlt): 0,5 ml Serum, Heparin-Plasma
    Untersuchungsdauer – 2 Arbeitstage
  1. Östradiol-17β
    Material: 0,5 ml Serum
    Untersuchungsdauer – bis 6 Arbeitstage
  1. Herpesvirus-AK (IgM/IgG)
    Material: 0,5 ml Serum
    Untersuchungsdauer – 2 Arbeitstage
  1. Herpesvirus-PCR
    Material: Abstrich ohne Medium (Genitaltrakt, Auge, Nase, Rachen), Abortmaterial, EDTA-Blut bei Virämie
    Untersuchungsdauer – 2 bis 4 Arbeitstage

 

Diabetes mellitus und Hypersomatotropismus bei der Katze

Diabetes mellitus ist eine häufige Endokrinopathie der Katze: Je nach Quelle leiden zwischen 0,43 % und 1,2 % aller in der Praxis vorgestellten Tiere an dieser Erkrankung. Dabei leiden die meisten Katzen an einem Typ-2-ähnlichen Diabetes mellitus, einer multifaktoriellen Erkrankung, bei der Insulinresistenz und eine gleichzeitig verminderte Insulinsekretion eine wichtige Rolle spielen.

  • 95 % aller diabetischen Katzen sind älter als 5 Jahre
  • 70 – 80 % der Patienten sind männlich und kastriert
  • Weitere prädisponierende Faktoren sind Übergewicht, mangelnde körperliche Aktivität sowie die Behandlung mit Glukokortikoiden

Die Behandlung der Erkrankung stellt für den behandelnden Tierarzt und den Besitzer gleichermaßen eine Herausforderung dar. So muss der Besitzer in die Technik der subkutanen Injektion und die Handhabung des Insulins eingewiesen werden, die Erstellung eines Glukose-Tagesprofiles durch den Tierarzt ist zur korrekten Einstellung des Diabetes mellitus unabdingbar. Trotz des teilweise enormen Therapieaufwandes gibt es leider immer wieder Fälle, bei denen die Tiere nicht auf die Therapie ansprechen.

Neben vielen anderen Problemen wie mangelnder Mitwirkung der Besitzer, falscher Applikation und Lagerung des Insulins und falscher Fütterung der Tiere, rückt in letzter Zeit eine endogene Ursache in den Fokus: Ein gleichzeitig vorhandener Hypersomatotropismus, oft auch als Akromegalie bezeichnet.

Zusammenhang zwischen felinem Hypersomatotropismus und Diabetes mellitus
Ursache des Hypersomatotropismus bei der Katze ist ein hypophysäres Adenom das übermäßige Mengen an Somatotropin (Growth hormone „GH“) produziert. Auch hiervon sind hauptsächlich ältere, männliche Katzen betroffen. GH wirkt Insulin-antagonistisch, es kommt zu vermehrter Lipolyse, Glukoneogenese und eingeschränktem Transport von Glukose in die Zellen. Außerdem wird durch GH die Bildung von Insulin-like-growth Faktor I (IGF-1) in der Leber stimuliert, dies führt zu Stimulation von Wachstum, Proteinsynthese und Chondrogenese.

Die klinischen Symptome sind dabei eher unauffällig, so entwickeln viele Katzen mit der Zeit eine längere, massivere Kopfform. Selten werden auch Arthropathien mit Lahmheiten oder Dyspnoe durch eine hypertrophe Kardiomyopathie beschrieben. Fast alle Tiere entwickeln hingegen einen therapieresistenten Diabetes mellitus. Alle diabetischen Katzen, die hohe Dosen an Insulin benötigen (>1,5 IU/kg Körpergewicht/Tag) oder nicht auf eine Insulintherapie ansprechen, sollten daher auf Akromegalie untersucht werden.

Diagnose des Hypersomatotropismus
Während die direkte Bestimmung von GH aufgrund der pulsatilen Ausschüttung des Hormones nur begrenzt zur Diagnose des Hypersomatotropismus geeignet ist, ist die Bestimmung von IGF-1, das an Proteine gebunden und dadurch konstanter im Blut vorliegt, eine verlässlichere Alternative.

  • IGF-1 sollte bei diabetischen Katzen nur dann bestimmt werden, wenn diese bereits einige Wochen unter Insulintherapie stehen, da es sonst zu falsch-niedrigen Werten kommen kann.
  • Obwohl auch einige gesunde Katzen erhöhte IGF-1 Werte aufweisen können, sind Tiere mit einer IGF-1 Konzentration >600 μg/l stark verdächtig für einen Hypersomatotropismus.
  • Bei Katzen mit einem IGF-Wert >600 μg/l sollte zur Bestätigung der Diagnose das Hypophysenadenom bildgebend mittels CT oder MRT nachgewiesen werden.

Aufgrund der Ergebnisse verschiedener Studien an diabetischen Katzen ist anzunehmen, dass der Hypersomatotropismus eine bei der Katze unterdiagnostizierte Erkrankung darstellt. Bei Alomed können Sie neben Glucose, Fruktosamin und Insulin auch den IGF-1 Wert bestimmen lassen.

Für die Glucose-Bestimmung nutzen Sie für die Blutentnahme bitte unsere Natriumfluorid-Röhrchen, um vorzeitigen Glucoseabbau und damit falsch niedrige Ergebnisse zu vermeiden.
Für Insulin und IGF- 1 werden je 0,5 ml Serum benötigt. Das Material für die Untersuchung versenden Sie bitte gekühlt und möglichst zeitnah nach Blutentnahme.

Behandlung des Hypersomatotropismus
Leider gibt es bisher nur wenige allgemein verfügbare Therapiemöglichkeiten für den Hypersomatotropismus der Katze.

So konnte in einer Studie gezeigt werden, dass bei Katzen, die mit dem Somatostatin-Analogon Octreotid behandelt werden, die GH Konzentration im Plasma signifikant abfällt. Zu Bestrahlungstherapien und der transsphenoidalen Hypophysektomie als Alternative zur medikamentellen Behandlung gibt es bisher nur wenig Erfahrungen.

November 2019,

Anne Ebelt

Das Differentialblutbild – am Gerät und unter dem Mikroskop

Bei ALOMED haben wir mit dem neuen Jahr neue Profile und Leistungen einziehen lassen.
Aber manchmal macht es auch Sinn, Altbewährtes beizubehalten.
Darum möchten wir in diesem Newsletter genauer darauf eingehen, wieso das Differentialblutbild bei ALOMED
nach wie vor routinemäßig von Hand erstellt wird und man sich nicht nur auf die Ergebnisse der modernen Technik verlässt.

Die Geschwindigkeit und Präzision moderner hämatologischer Analysegeräte macht man sich bei ALOMED natürlich ebenfalls zu Nutze. Allerdings beschränkt man sich nicht auf die Kontrolle auffälliger Ergebnisse mittels Mikroskops, sondern beurteilt grundsätzlich jede einzelne Probe von Hand.
Da sowohl für einsendende Tierärzte, als auch Praxen und Kliniken mit eigenen Geräten das Blutbild eine der häufigsten Blutuntersuchungen darstellt, sollte man sich sowohl über Funktionsweise als auch Grenzen der verwendeten Geräte und die mikroskopische Beurteilung von Blutausstrichen informieren.

Während das kleine Blutbild die Leukozyten-, Erythrozyten- und Thrombozytenkonzentration sowie die  Erythrozytenindices (MCV, MCH, MCHC) sowie Hämoglobinkonzentration und Hämatokrit umfasst, erfolgt beim großen Blutstatus zusätzlich die quantitative und qualitative Beurteilung von Erythrozyten und Leukozytenarten. Dafür wird ein direkt in der Praxis angefertigter, ungefärbter und luftgetrockneter Blutausstrich benötigt; wir stellen Ihnen immer 2 Objektträger zur Verfügung, um die bestmögliche Auswertung zu erreichen.
Beim Blutausstrich sollte man gut darauf achten, den Tropfen Blut etwa im 45° Winkel zügig auszustreichen, so dass die 3 Bereiche des Ausstrichs, Korpus, Monolayer und Fahne gut auf dem Objektträger verteilt sind. Zur Beurteilung
sieht man sich nach dem Färben den Monolayer-Bereich an, in dem sich nur etwa 50% der Zellen berühren.

Doch warum macht man sich noch diese Mühe und verlässt sich nicht auf die modernen Geräte, die das Differentialblutbild auch zuverlässig messen können?
So viele Vorzüge die modernen Hämatologiegeräte auch mit sich bringen, auch sie haben ihre Grenzen, wenn es um das Erkennen von Interferenzen und Störfaktoren geht. Wo Stärken und Schwächen liegen, hängt natürlich vom jeweiligen Gerät ab, da herstellerabhängig unterschiedliche Methoden Anwendung finden.

Ein Beispiel für eine Messinterferenz ist das Erkennen von Erythroblasten. Die kernhaltigen Vorstufen der Erythrozyten können oftmals vom Gerät nicht richtig eingeordnet werden und führen zu falsch erhöhten Lymphozyten- und Leukozytenzahlen. Flags, Warn- und Fehlermeldungen sowie die Beurteilung der Scattergramme, in denen die Zellen als farbige Wolken in Diagrammen dargestellt werden, dienen dem Auffinden von Interferenzen und Abnormitäten. Wird der Grenzwert an Normoblasten auf 100 Leukozyten überschritten, muss die Leukozytenzahl mittels einer Formel
entsprechend manuell geändert werden oder wird abhängig vom verwendeten Gerät automatisch korrigiert. Dennoch sollte in solchen Fällen eine mikroskopische Überprüfung erfolgen.
Die NRBC, Nucleated Red Blood Cells, finden sich bei adulten Tieren physiologischerweise im Knochenmark; im peripheren Blut findet man sie vermehrt beispielsweise bei schweren Anämien, Leukämien und anderen hämatologischen Systemerkrankungen.

Auch Thrombozytenaggregate können fälschlich als Leukozyten gezählt werden, was neben zu hoher Leukozytenzahl auch eine Thrombopenie suggeriert (Pseudothrombozytopenie). Vor allem bei der Katze kommt es neben der Rouleaux-Formation der Erythrozyten, bei denen die roten Blutkörperchen wie Geldrollen gestapelt sind, häufig zur Bildung spontaner Thrombozytenaggregate. Die Thrombozytenaggregate findet man meist am Ausstrichende, in der Fahne, oder in den seitlichen Bereichen.
Auch Makrothrombozyten können die Ursache sein, dass die Thrombozytenzahl zu niedrig scheint: Wegen ihrer Größe werden sie vom Analyzer mit den ebenfalls kernlosen Erythrozyten verwechselt.

Wenn es aufgrund eines akuten Entzündungsgeschehens zur Freisetzung von unreifen Granulozyten kommt, werden zunächst Stabkernige und ggf. auch Myelozyten sowie Promyelozyten im Blut gefunden. Diese Linksverschiebungen können von Großgeräten oft nicht zuverlässig erkannt werden. Auch in geringer Menge fallen derartige Veränderungen unter dem Mikroskop direkt ins Auge.

Erwähnt werden sollte auch das Auftreten von Artefakten und morphologischen Veränderungen, die zu falscher Interpretation und abweichenden Untersuchungsergebnissen führen können und bei denen die Qualität des Blutausstriches oft schon Hinweise zur Ursache geben kann. Agglutination von Zellen kann artifiziell sein, aber Autoagglutination, verbunden mit dem Auftreten von Sphärozyten kann ein Hinweis auf eine immunhämolytische Anämie sein, was dann durch einen Coombs Test abgeklärt werden sollte.
Auch entartete Zellen können unter dem Mikroskop bereits einen wichtigen Hinweis zur weiteren Diagnostik geben und eine Indikation für Untersuchungen wie die Durchflusszytometrie, zur Charakterisierung und Quantifizierung von benignen und malignen Zellpopulationen, oder der Lymphozyten-Klonalität darstellen. Morphologische Veränderungen können aber auch transportbedingt sein oder durch Alter und Lagerung des Probenmaterials bedingt sein.

Nicht zuletzt ist ein großer Vorteil der mikroskopischen Routine-Beurteilung, dass Zufallsbefunde der Praxis direkt mitgeteilt werden können. Vor allem Blutparasiten spielen hier eine Rolle. Anaplasmen positive Hunde müssen nicht immer schon klinisch bzw. labordiagnostisch auffällig geworden sein, wenn die Erreger im Blut gefunden werden. Auch Mikrofilarien, Babesien und weitere Blutparasiten gehören zur Liste der Zufallsbefunde. Blutparasiten können auch explizit als Leistung angefordert werden.

Bei Fragen zu Probenentnahme, Befundinterpretation und diagnostischem Vorgehen steht Ihnen das ALOMED-Team wie immer jederzeit gerne mit Rat und Tat zur Seite und wünscht Ihnen ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2021.

Januar 2021,

Dr. Anne Stradtmann

Neue Erkenntnisse zu einer komplexen Erkrankung


Epidemiologie und Pathogenese

Das feline Coronavirus (FCoV) ist ein weitverbreiteter Erreger, der bei Katzen zu Infektionen des Darmtraktes führt und sowohl asymptomatisch verlaufen, als auch leichte Durchfälle verursachen kann. In einigen Fällen (5–10 % der FCoV-infizierten Tiere) kann sich eine tödliche immunmediierte Vaskulitis entwickeln – besser auch unter dem Namen „Feline Infektiöse Peritonitis (FIP)“ bekannt. Ursache dafür ist eine Mutation des Spike-Proteins am Virus. Dadurch kann der Erreger nicht mehr in die Enterozyten der Katze eindringen, verbleibt im Darmlumen und wird dort von Makrophagen aufgenommen. Es wird postuliert, dass anschließend in den Makrophagen eine Mutation des 3C Proteins stattfindet, die dem Virus eine Replikation in diesen Zellen ermöglicht. Die infizierten Makrophagen setzen große Mengen an Zytokinen frei, die zu massiven systemischen Entzündungsreaktionen, Bildung von Antigen-Antikörper Komplexen und Vaskulitis führen. Ausgehend vom pathologischen Prozess der pyogranulomatösen Vaskulitis gibt es in der Regel zwei Krankheitsbilder: das der „feuchten FIP“ mit Bildung von Exsudaten in Bauch- oder Brusthöhle und das der „trockenen FIP“, bei der das klinische Bild primär von der Lokalisation der Pyogranulome im Körper der Katze geprägt wird. An FIP erkrankte Katzen versterben durchschnittlich wenige Tage bis Wochen nach Ausbruch der Erkrankung. Mit FCoV infizierte Katzenbestände, in denen viele Tiere auf engem Raum leben, wie es z.B. in Katzenzuchten oder Tierheimen der Fall ist, haben aufgrund des hohen Erregerdrucks und permanenten Reinfektionen durch latente Träger eine höhere Wahrscheinlichkeit an FIP zu erkranken. Das Immunsystem betreffende genetische Besonderheiten scheinen bei Rassekatzen zu einer erhöhten Anfälligkeit für FIP zu führen. An FIP erkrankte Katzen scheiden in der Regel das mutierte Virus nicht aus, eine direkte Übertragung der Erkrankung ist daher unwahrscheinlich.


Klinik und Diagnostik

Die erkrankten Katzen weisen vielfältige Veränderungen im Blut auf, die Hinweise auf eine FIP liefern, aber auch bei anderen Erkrankungen vorkommen. So ist der Albumin/Globulin-Quotient häufig erniedrigt (< 0.6), in der Elektrophorese ist eine Hypergammaglobulinämie sichtbar. Eine Erhöhung von Bilirubin und AST kann auf eine Beteiligung der Leber am massiven systemischen Entzündungsgeschehen hinweisen, ebenso kommt es zu einer Anämie der chronischen Entzündung. Der  Antikörper-Nachweis gegen dieses Coronavirus kann stark bis schwach positiv sein, im Endstadium der Erkrankung kann es sogar zu falsch negativen Resultaten kommen, da alle Antikörper an FCoV gebunden vorliegen oder in das Körperhöhlenexsudat verloren gehen. Ab einem Antikörper-Titer von 1:400 geht man davon aus, dass die Katze das Virus auch ausscheidet.

Bei Verdacht auf die feuchte Form der FIP wird als erster diagnostischer Schritt die Rivalta-Probe empfohlen. Eine positive Rivalta-Probe kann allerdings auch bei Katzen mit bakterieller Peritonitis oder Lymphom vorkommen. Daher wird empfohlen aus dem Exsudat noch eine PCR auf Coronavirus durchzuführen, ein positiver Nachweis ist dann ein starker Hinweis auf eine FIP Erkrankung.
Schwieriger gestaltet sich die Diagnose der trockenen FIP: Hier muss nach den betroffenen Organen gesucht werden und anschließend mittels Biopsie ein histologischer Nachweis der Vaskulitis oder der immunhistochemische Nachweis des Coronavirus im Gewebe erfolgen. Die Universität Utrecht hat in jüngster Zeit eine PCR entwickelt, die in Ergüssen und betroffenen Organen das mutierte Virus mittels PCR nachweisen kann. Erste Erkenntnisse weisen darauf hin, dass diese PCR zur Diagnose einer FIP verwendet werden kann.

Bei ALOMED haben Sie die Möglichkeit, die Diagnose Schritt für Schritt zu sichern: Wir bieten Ihnen neben unserem FIP-Profil (inklusive A/G-Q, großem Blutbild, FCoV-AK und Beurteilung auch in Kombination mit FelV und FIV) die Möglichkeit der PCR, Serumeiweiß-Elektrophorese, Punktatanalyse und freuen uns, Ihnen im Falle von Fragen jederzeit weiterzuhelfen.


Behandlung und Prophylaxe

In den meisten Fällen führt eine FIP Erkrankung zum Tod der Katze, eine Behandlung ist daher bisher als palliativ anzusehen. Da die Symptome der FIP eine direkte Folge der überschießenden Immunreaktion der Katze auf das Virus sind, zielt eine symptomatische Behandlung auf eine Unterdrückung der Entzündung und der Immunantwort ab. So wird zur Behandlung die Gabe von 4 mg/kg/Tag Prednisolon p.o. empfohlen. Die Dosis wird nach 14 Tagen halbiert und nach weiteren 14 Tagen wiederum halbiert.

Bei Katzen mit trockener FIP kann das Polyprenyl Immunostimulans (Sass & Sass, Inc, Oak Ridge, TN, USA, beziehbar über die Firma Vetimmune: www.vetimmune.com) in einer Dosierung von 3 mg/kg jeden zweiten Tag angewendet werden. Dies führte in einer Studie zu stark erhöhten Überlebenszeiten bei den betroffenen Tieren. Bei der feuchten Form scheint diese Medikation wirkungslos zu sein.

Eine erfolgversprechende Neuheit aus den USA ist das antivirale ‚GS-441524‘, das in einer Studie bei FIP-infizierten Katzen beachtliche Wirkung zeigte. Bislang ist eine kommerzielle Nutzung jedoch noch nicht möglich.

Der initial aussichtsreiche Ansatz einer Behandlung mit felinem Interferon-w wird durch neuere Studien in Frage gestellt. Eine intranasale Impfung gegen Coronavirus (Primucell®, Pfizer Animal Health) ist nur bei Katzen sinnvoll, die keine Coronavirus-Träger sind. Diese Tiere haben anschließend eine geringere Wahrscheinlichkeit, sich mit Coronavirus zu infizieren. In größeren Katzenbeständen gilt es Ausscheider zu identifizieren und diese von nicht FCoV- ausscheidenden Tieren zu separieren, da es nur so möglich ist, FCoV aus einem Bestand zu eliminieren. Die sensitivste Variante, um Ausscheider zu identifizieren, bietet die PCR auf Coronavirus aus Faeces.

Januar 2020,

Anne Ebelt

Frühjahrszeit – Zeckenzeit

Mit dem Frühjahr beginnt die alljährliche Zeckenzeit: Von April bis Oktober ist Hochsaison für die weltweit verbreiteten kleinen Spinnentiere, die sich vom Blut zahlreicher Wirbeltiere ernähren.
Nahezu die ganze Schweiz, mit Ausnahme der Kantone Genf und Tessin, wurde vom Schweizer Bundesamt für Gesundheit zum Risikogebiet für FSME erklärt.
In Deutschland ist vor allem der südliche Teil des Landes betroffen, die meisten Risikogebiete liegen in Bayern, Baden-Württemberg, Süd­hessen, Süd­ost­thüringen und Sachsen.

Von unseren milder und kürzer werdenden Wintern profitieren die Zecken: Die Vermehrungsperiode wird länger und die Parasiten überleben die Winterzeit leichter. Die Folgen sind eine wachsende Population und die Ausbreitung in neue Regionen.

Dabei geht die eigentliche Gefahr von den Krankheiten aus, die die Zecken übertragen können. Einige davon stellen als Zoonosen auch ein Risiko für den Menschen dar. 

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gehört in diese Gruppe, genauso wie die Borreliose.
Auch Rickettsien, Anaplasmen, Babesien und Ehrlichien werden über Zecken übertragen. Bei Alomed haben Sie im Verdachtsfall mehrere Möglichkeiten, auf diese Krankheitserreger untersuchen zu lassen:
Die Testmethoden umfassen PCR-Untersuchungen, Antikörpernachweise und den direkten Nachweis im Blutausstrich. Neben Einzelanforderungen bieten auch die Profile „Einheimische Infektionen“ und „Neurologische Symptomatik/ZNS- Infektionen“ eine umfassende Gelegenheit, die klinische Symptomatik zu klären. Unsere Untersuchungsformulare, mit detaillierter Aufführung lassen wir Ihnen dazu gerne zukommen.

Unsere FSME-Bestimmung beim Hund ist sehr sensitiv und spezifisch: Die Untersuchung mittels Immunfluoreszenz-Test erlaubt uns die Unterscheidung zwischen frischer Infektion und länger zurückliegendem Kontakt. Der Nachweis von IgM und IgG-Antikörpern ist sowohl aus Serum als auch aus Liquor möglich.

Der Einsatz dieses Testverfahrens ermöglicht es uns zudem, Ihnen das Untersuchungsergebnis in der Regel noch am Tag des Probeneingangs mitzuteilen, so dass eine symptomatische Therapie umgehend eingeleitet werden kann.

Juni 2019,

Anne Ebelt

Hypervitaminose D

Gerade in der grauen Jahreszeit versuchen viele Menschen durch gezielte Nahrungsergänzung einem Vitamin D-Mangel vorzubeugen. Für manchen Tierbesitzer ist der logische nächste Schritt, dass er auch seinem Vierbeiner mit Multivitamin-Präparaten etwas Gutes tun möchte.  Dabei gilt es jedoch, die Auswirkungen einer übermäßigen Aufnahme von Vitamin D zu beachten.

Während der Mensch über Vorstufen aus der Nahrung und der Haut Vitamin D bilden kann, ist bei Hund und Katze der zweite Weg nur unzureichend ausgebildet.

Die inaktiven Vorstufen des Vitamin D – Ergocalciferol (Vitamin D2) primär aus Pilzen/ Pflanzen oder Cholecalciferol (Vitamin D3) mit tierischer Herkunft – müssen über die Nahrung aufgenommen und anschließend über das Blut zunächst in der Leber und dann in der Niere zum biologisch wirksamen 1,25 Dihydroxycholecalciferol, dem aktiven Vitamin D (Calcitriol), hydroxyliert werden.

Ursachen für einen Überschuss des fettlöslichen Vitamins können, wie eingangs erwähnt, alimentär durch Supplementierung oder zu hohe Konzentration im Futter sein, durch Metabolisierungsstörungen und auch Intoxikationen entstehen. Zu letzteren kommt es insbesondere nach Aufnahme von Rodentiziden, die Cholecalciferol enthalten und auch Humanarzneimittel gegen Psoriasis und andere proliferierende Hautkrankheiten können Vitamin D-Derivate beinhalten.
Erhöhte Vitamin D-Werte können aber auch beim primären Hyperparathyreoidismus auftreten, da dieser die DHCH-Synthese fördert, bei Lymphomen oder granulomatösen Entzündungen (z.B. Systemmykosen, Angiostrongylus vasorum), Nebenniereninsuffizienz und Niereninsuffizienz.

Vitamin D spielt zusammen mit Calcitonin und Parathormon eine zentrale Rolle in der Steuerung des Calciumspiegels im Blut und bei der Knochendichte.

Die klassischen Zielorgane des Vitamin Ds sind der Darm, wo die Calcium-Resorption erhöht wird, die Niere, wo die Calciumrückresorption erhöht wird, Knochen, aus dem über Osteoklastenaktivierung Calcium mobilisiert wird und die Nebenniere.

Ein über längere Zeit stark erhöhter Vitamin D-Wert kann sich durch Calcium- und Phosphatablagerungen in Weichteilen (Herz, Niere, Gefäße, MDT) zeigen und durch Demineralisierung des Knochengewebes zu einem erhöhten Frakturrisiko führen. Die Veränderungen lassen sich durch bildgebende Verfahren (Röntgen, Ultraschall) nachweisen.

Zum Auftreten von Symptomen wie Lethargie, Anorexie, Schwäche, Erbrechen oder Polyurie kommt es im Durchschnitt 1-2 Tage nach der Aufnahme.

Zur Behandlung einer Intoxikation gibt es verschiedene Ansätze:
– Bisphosphonate, bei denen das Risiko von Tubulusnekrosen berücksichtigt werden sollte,
– Glucocorticoide, die die Calciumresorption aus dem Darm hemmen und die renale Ausscheidung steigern
– Aluminiumhydroxid, das Phosphate im Darm bindet
– Forcierte renale Elimination
Es sollte zudem Diätfutter mit niedrigem Kalziumgehalt gefüttert werden.

Ist eine Intoxikation bereits vor Eintritt von Symptomen bekannt, kann eine Elimination über Emesis und Aktivkohle/ Glaubersalz versucht werden.

Bei Alomed können wir Sie mit durchdachten Profilen ebenso wie Einzelanalysen bei der Aufarbeitung Ihrer Fälle unterstützen und besprechen gerne, welche Labordiagnostik beim jeweiligen Patienten am sinnvollsten ist.

Unser bewährtes Hypercalcämie Profil 1 bietet Ihnen ein Allgemeines Profil, ionisiertes Calcium, PTH und PTHrP (120,- EUR), während das Hypercalcämie Profil 2 zusätzlich die Bestimmung des Vitamin D3 beinhaltet (130,- EUR).

Bitte beachten Sie, dass für das Probenmaterial besondere Anforderungen an die Pränanalytik gelten: die Proben für die Bestimmung von Vitamin D müssen kühl und lichtgeschützt versendet werden, für PTH & PTHrP sind jeweils 0,5ml gefrorenes Serum erforderlich und ionisiertes Calcium sollte möglichst unter Ausschluss von Luft entnommen und aufbewahrt werden. Hierfür lassen wir Ihnen auch gerne unser Informationsblatt zur Präanalytik zukommen.

Anfang Oktober fand zudem, in angepasster Form und im kleineren Kreis,  unser jährliches Radolfzeller Kolloquium statt, bei dem diesmal der Schwerpunkt auf vektorübertragenen Krankheiten und Anämien der Katze sowie Transfusionsmedizin lag. Die Referenten Dr. Torsten Naucke, Theresa Marquar und Prof. Dr. Urs Giger versorgten unsere Teilnehmer mit zahlreichen praxisbezogenen Neuigkeiten zu Verbreitung von Krankheitserregern, klinischem Erscheinungsbild, sowie Änderungen und Stolpersteinen bei der Therapie.
Auch hier gilt: Bei Fragen zur Diagnostik bei importierten Hunden, Auslandreisen mit Hund
und Katze, sowie Blutgruppentests und Kreuzproben stehen wir Ihnen bei Alomed mit viel Erfahrung und einem breiten Spektrum zum Screening und zur speziellen Diagnostik mit Rat und Tat zur Seite.

Ihr ALOMED-Team

Nachweis von Blutparasiten beim Hund mittels PCR-Diagnostik – Ergebnisse schneller in der Hand

Sommerzeit ist dieses Jahr wieder Reisezeit und viele Urlauber bringen Hunde aus den Reiseländern mit zurück nach Deutschland, oft unwissend, dass es dort Blutparasiten gibt, die bei Ihren neuen Weggefährten schwerwiegende Erkrankungen auslösen können. Umso wichtiger ist es, dass wir als Tierärzte die Patientenbesitzer aufklären und Ihnen sichere Möglichkeiten zur Diagnose dieser Erkrankungen geben können. Die drei wichtigsten Erreger beim Hund werden in diesem Informationsbrief nochmal für Sie zusammengefasst. Außerdem erfahren Sie, wie Sie mit Alomed als Ihren Partner zu einer schnellen und präzisen Diagnose kommen.

Wir haben bei PCR-Diagnostik einige methodische Verbesserungen vorgenommen, sodass sich die Untersuchungsdauer verkürzt und sie noch schneller Ihre Ergebnisse bekommen.


Anaplasma phagocytophilum und Anaplasma platys

Bei diesen Erregern handelt es sich um gramnegative Bakterien, welche ihrer Klassifizierung nach der Ordnung der Rickettsien angehören.

Die Vermehrung im Wirt findet im Fall von Anaplasma phagocytophilum hauptsächlich in neutrophilen Granulozyten statt und erfolgt obligat intrazellulär. Anaplasma platys hingegen befällt die Thrombozyten.

Dabei bildet sich in den betroffenen Zellen eine Zusammenlagerung von mehreren Bakterien aus, welche als Morulae bezeichnet werden.

Klinik und Diagnostik

Anaplasma phagocytophilum und Anaplasma platys können im betroffenen Organismus eine Anaplasmose auslösen, wobei die Infektion meist subklinisch verläuft und einen persistierenden Charakter aufweist.

Bei erkrankten Hunden äußert sich die Symptomatik unter anderem in Form von Fieber, Lethargie, Anorexie, Lymphknotenvergößerung, Lahmheit, Gelenkschwellungen und Polyarthritis.

Die Diagnose kann in der akuten Phase, ergänzend zur klinischen Symptomatik, über einen direkten Erregernachweis erfolgen. Hierfür ist die lichtmikroskopische Auswertung von gefärbten Blutausstrichen sowie die Durchführung einer PCR aus Blut geeignet.

In der chronischen Phase kann außerdem der Nachweis von Antikörpern hinzugezogen werden. Ein vierfacher Titeranstieg im Abstand von 2-3 Wochen weist dabei auf eine aktive Infektion hin.

Übertragung und Verbreitung in Europa

Anaplasma phagocytophilum wird durch Schildzecken der Gattung Ixodes übertragen. Diese müssen in der Regel 1-2 Tage am Wirt anhaften, damit es zu einer Infektion kommen kann. Die Inkubationszeit beträgt 5-20 Tage.

Zu den Verbreitungsgebieten gehören:

Deutschland, Frankreich, Schweiz, Österreich, Tschechien, Polen, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Bulgarien, Nordspanien, Norditalien und Nordrumänien, Schweden, Norwegen, England, Holland.

Anaplasma platys infiziert über die braune Hundezecke ihren Wirt. Betroffene Gebiete sind Süd- und Zentralportugal, Südspanien, Gibraltar, Italien, Griechenland, Bulgarien, Kroatien und Südrumänien.

 

Ehrlichia canis

Ebenfalls zur Ordnung der Rickettsien gehörend, handelt es sich bei Ehrlichia canis um ein kokkoides, gramnegatives Bakterium. Infiziert werden die Leukozyten, besonders Mono- und Lymphozyten, die daraufhin entstandenen Morulae sind in diesen Zellen vorzufinden.

Klinik und Diagnostik

Fieber, Apathie, Lethargie, Splenomegalie, gastrointestinale Störungen, Nasenbluten, Zahnfleischbluten, Petechien und Ödembildung, okuläre Symptome gehören zu den Symptomen der Erkrankung. Im chronischen Stadium treten mitunter Bizytopenie oder Panzytopenie, Gewichtsverlust, Lymphadenopathie, Verschlechterung der okulären Symptomen.

Die Abklärung einer Infektion beinhaltet die Bestimmung der Antikörper als indirekten Erregernachweis oder die Durchführung einer PCR aus Blut, ebenso wie die mikroskopische Untersuchung von Blutausstrichen, als direkte Methoden.

Übertragung und Verbreitung in Europa

Der Überträger ist die braune Hundezecke. Schon nach 3-stündigem Anhaften kann eine Infektion stattfinden.

Verbreitungsgebiete sind alle europäischen Mittelmeerregionen, in Deutschland ist die braune Hundezecke nur in beheizten Biotopen dauerhaft überlebensfähig.

Babesien

Dieser Krankheitserreger zählt zu den Blutparasiten und gehört den einzelligen Apicomplexa an. Befallen werden die Erythrozyten in Wirbeltieren, welche daraufhin durch Platzen zerstört werden.

Von den weltweit 100 Babesien-Spezies kommen mindestens 9 davon bei Hunden vor, wobei in Europa eine Infektion mit Babesia canis canis am häufigsten auftritt.

Klinik und Diagnostik

Die Symptome umfassen Schwäche, Anorexie, Lethargie, rezidivierende Fieberschübe, Blässe der Schleimhäute und Splenomegalie. Schwere Verläufe können sich in neurologischen Symptomen, Nierenversagen, Lungenödemen, Hepatopathien sowie Schockgeschehen äußern.

Zur Diagnose kann ein indirekter Erregernachweis über die Bestimmung des Antikörpertiters erfolgen, diese sind allerdings meistens erst 3-4 Wochen nach der Infektion vorhanden.

Der direkte Erregernachweis wird durch eine mikroskopische Auswertung von Blutausstrichen oder einen PCR-Test aus Blut ermöglicht.

Übertragung und Verbreitung in Europa

Die Übertragung von Babesien findet über Zecken statt, die Zeitspannen hierfür beträgt 48-72 Stunden nach dem Zeckenbiss.

Babesia canis ist in Süd-, Zentral- und Osteuropa (bis zum Baltikum) verbreitet.

Babesia gibsoni kommt selten in Europa vor.

 
 

PCR-Diagnostik im Labor Alomed

Mit der PCR ist bei Alomed ein direkter Erregernachweis der oben genannten Erkrankungen möglich. Hierbei wird nicht, wie bei einem Antikörpertest, die Immunreaktion des Körpers auf das Pathogen gemessen, sondern das genetische Material des Erregers selbst. Kreuzreaktionen spielen daher kaum eine Rolle, weshalb der Test eine hohe Spezifität aufweist. Auch muss nicht eine Serokonversion des Tieres abgewartet werden, die PCR ist somit auch besonders zur Diagnostik kurz nach Einreise aus dem Urlaubsland und bei akuter Erkrankung geeignet.

Ein positives Ergebnis ist immer beweisend für das Vorliegen des Erregers.

Ein weiterer Vorteil ist die Sensitivität. Durch Replikation der Ziel-RNA oder -DNA reichen bereits geringste Ausgangsmengen im Untersuchungsmaterial. Durch die Zeitspanne der Verdopplungen bis zur messbaren Konzentration lässt sich außerdem die Erregerlast abschätzen.

 

Im Überblick

Material: EDTA-Blut, 0.5ml

Tierart:  
Ehrlichia canis: Hund
Anaplasma phagocytophilum: Hund, Katze, Pferd
Anaplasma platys: Hund
Babesien: Hund, Katze, Pferd, Rind

Untersuchungsdauer:  1-2 Werktage, Notfälle 1 Werktag

Methode: PCR

Rickettsien – Sommer, Sonne, blinder Passagier

Ein beliebtes Urlaubsziel ist das Mittelmeer, doch wer mit samt der vierbeinigen Familienmitglieder verreist, sollte bei aller Vorfreude auf Sonne, Erholung und Entspannung dennoch Vorsicht walten lassen: Hier lauern Krankheitserreger, die man bei der Rückreise sicher nicht im Gepäck haben möchte.
Zu diesen gehört auch Rickettsia conorii, der Verursacher des Mittelmeerfleckfiebers bei Hund und Mensch.
Ripicephalus, die braune Hundezecke, dient als Vektor für die obligat intrazellulären stäbchenförmig bis pleomorphen gramnegativen Bakterien.

Erkrankte Tiere zeigen Symptome wie erhöhte Temperatur, Hyperästhesie, periphere Ödeme, Erytheme, Lymphadenomegalie, Tachykardie, steifen Gang und Lahmheit.

Auch im Blutbild und bei der klinischen Chemie sind Veränderungen sichtbar:

– Leukozytose getragen von einer Linksverschiebung
– Thrombozytopenie
– Hypoproteinämie mit Hypoalbuminämie und Hyperglobulinämie
– Erhöhter Harnstoff und
– Erhöhter CRP-Wert

Bei Verdacht auf eine Rickettsien-Infektion können Sie bei ALOMED folgende Untersuchungen in Auftrag geben:

Bei Tieren mit entsprechendem Krankheitsverdacht bietet sich in der akuten Phase die PCR-Untersuchung an, da laut serologischen Studien eine hohe Seroprävalenz auch bei klinisch gesunden Hunden zu vermuten ist.
Bei vermutlich länger als 3 Wochen bestehender Problematik ist auch der Antikörpernachweis mittels Immunfluoreszenztest (IgG) möglich:

Ein mindestens vierfach-erhöhter IgG-Titer, eine positive PCR-Untersuchung und eine entsprechende klinische Verbesserung nach erfolgter Therapie weisen mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf hin, dass eine klinische Erkrankung vorlag.

Außerdem bietet Alomed praktische Screening-Pakete für Reise- und Zecken-übertragene Krankheiten an, mit denen gleich auf mehrere Erreger getestet werden kann:

Einheimische Infektionen
:
Anaplasma phagocytophilum-Antikörper (IFAT IgM/IgG), Borrelia burgdorferi s.l. (Westernblot IgM/IgG), FSME-AK (IFAT IgM/IgG), mikroskopisch-morphologischer Nachweis von Anaplasmen/Ehrlichien, Babesien, Mykoplasmen, Mikrofilarien, Hepatozoon.

Reisekrankheiten/Importcheck 1 – einfaches Screening:
Anaplasma/Ehrlichia-Direktnachweis (DNA, PCR), Leishmania infantum (IFAT gesamt-AK) und mikrokopisch- morphologischer Nachweis von Anaplasmen/Ehrlichien, Babesien, Mykoplasmen, Mikrofilarien, Hepatozoon.

Reisekrankheiten/Importcheck 2 – erweitertes Screening:
Anaplasma/Ehrlichia-Direktnachweis (DNA, PCR), Babesien-Direktnachweis (DNA, PCR), Dirofilaria immitis Antigen (ELISA), Leishmania infantum (IFAT Gesamt-AK), mikrokopisch-morphologischer Nachweis von Anaplasmen/ Ehrlichien, Babesien, Mykoplasmen, Mikrofilarien, Hepatozoon.

Zusätzliche PCR-Analysen für Anaplasmen/Ehrlichien, Babesien, Leishmanien, Mykoplasmen sind möglich, ebenso wie ein zusätzlicher Basischeck (Hundeprofil, Großer Blutstatus, Thrombozyten).

Um den Urlaub für Mensch und Hund möglichst unbeschwert zu gestalten empfehlen wir natürlich auch entsprechende Repellentien anzuwenden und die Vierbeiner regelmäßig auf Zecken und andere blinde Passagiere zu untersuchen.

August 2019,

Anne Ebelt

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