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VeterinärdiagnostiK

Präanalytik

Die Präanalytik ist der erste Schritt im Untersuchungsprozess einer Probe. Sie beinhaltet alle Schritte von der Patientenvorbereitung über die Probenentnahme und den Transport der Probe ins Labor, bis zur Vorbereitung der Probe zur Analyse.

Vor der Blutentnahme sollte der Patient in der Regel 10 – 12 Stunden keine Nahrung aufgenommen haben, sofern das die Physiologie der betreffenden Tierart zulässt. Fehlerhafte Resultate sind sonst insbesondere bei Cholesterin, Glucose und TLI zu erwarten. Zusätzlich können Parameter wie ALT, AST, Bilirubin gesamt, CK, Gallensäuren, GLDH, HBDH, Kreatinin, Phosphat und beeinflusst werden.

Beim Pferd sind Nüchtern-Blutproben nicht unproblematisch und nur bei speziellen Fragestellungen erforderlich (z.B. Insulin und Glucose zur Abklärung des equinen metabolischen Syndroms).

Es ist anzuraten, den Tierbesitzer über den Einfluss von körperlicher Aktivität bzw. Stress auf die Ergebnisse einer Blutuntersuchung zu informieren. Besonders die Enzyme der Muskulatur wie CK, LDH und AST können nach körperlicher Anstrengung vermehrt im Serum nachgewiesen werden. Zusätzlich sind auch bei Glucose und Lactat erhöhte Serumwerte zu erwarten.

Vor allen Allergie-Tests einschließlich der Futtermitteltests sollten Kortikosteroide abgesetzt
werden. Dabei werden folgende Absetzfristen empfohlen:

– Lokale/topische Kortikosteroide: 2 – 4 Wochen
– Orale Kortikosteroide (z.B. Prednisolon): bis zu 8 Wochen
– Depotkortison-Präparate (z.B. Voren®): bis zu 3 Monate

Können diese Fristen nicht eingehalten werden, sind falsch-negative Ergebnisse möglich.
Bei einem positiven Ergebnis muss die Reaktionsklasse unter Berücksichtigung der vorherigen Kortisongabe bewertet werden.
Bitte beachten Sie, dass auch andere juckreizunterdrückende Medikamente einen negativen Einfluss auf den Allergietest haben können, unser Allergieteam berät Sie gerne dazu.

Bitte entnehmen Sie die Information bezüglich des für die gewünschte Untersuchung entsprechend notwendige Material (Blut, Serum, Plasma) dem Untersuchungsantrag.

Zur Kennzeichnung der Probe gehört auch die Angabe der Probenart.


Vollblutproben

EDTA-Blut (EB)

Für die Erstellung eines Blutbildes ist bei Säugetieren EDTA-Blut das geeignetste Material (bei Vögeln und Reptilien dagegen Heparin-Blut, s.u.). Da die Zellen in der Probe nicht stabil sind, sollten EDTA-Proben für hämatologische Untersuchungen nicht älter als 48 Stunden sein. Für die serologische Untersuchung der Blutgruppe ist ebenfalls EDTA-Vollblut notwendig.

Für die meisten PCR-Analysen und genetischen Tests ist EDTA-Blut erforderlich.

Für die Bestimmung gewisser Parameter wie ACTH oder pro-BNP kann nur zeitnah abzentrifugiertes und gekühltes EDTA-Plasma verwendet werden, um verlässliche Werte zu erhalten. Für ACTH stellen wir Ihnen auch gern spezielle Stabilisator-Röhrchen zur Verfügung, so dass Sie die Probe(n) ungekühlt versenden können.


Heparin-Blut (HB)

Zur Gewinnung von Heparin-Proben stehen Lithium-Heparin (LiHep)-Röhrchen zur Verfügung. 

Bei Reptilien und Vögeln sollte grundsätzlich Lithium-Heparin-Blut für die Erstellung eines Blutbildes verwendet werden.  

Für die PCR sollte Lithium-Heparin-Vollblut nur in Ausnahmefällen verwendet werden, da Lithium-Heparin die PCR inhibieren kann und dadurch falsch-negative Ergebnisse möglich sind.


Citrat-Blut (CB)

Für die Bestimmung von Gerinnungsparametern sollten nur die entsprechenden Citratröhrchen benutzt werden, wobei deren Haltbarkeit für eine korrekte Bestimmung nicht überschritten werden darf. Ebenso ist das exakte Mischverhältnis von 1 : 10 (1 Teil Citrat + 9 Teile Blut) notwendig.

Die meisten Gerinnungsparameter können aus Citratvollblut analysiert werden. Für die korrekte Durchführung von Thrombozytenfunktionstests ist Citratvollblut notwendig. 


Natrium-Fluorid-Blut (NaFB)

Natrium-Fluorid unterbindet Enzymaktivitäten, die zum Abbau von einigen Parametern führen. Es sollte für die korrekte Bestimmung von Glucose oder Lactat benutzt werden.   



Plasma

Probengewinnung in Röhrchen mit Gerinnungshemmer (Heparin, EDTA, Citrat)

Kann sofort nach der Entnahme zentrifugiert werden (10 min, 2000 g). Überstand abpipettieren und in ein unbeschichtetes Probengefäß überführen und Probengefäß unter Angabe des Probenmaterials beschriften.

Achtung: Die Zusätze limitieren die Analysemöglichkeiten!

Heparin-Plasma (HP) wird für viele klinisch-chemische Untersuchungen benötigt. HP kann nicht für Agglutinationstests verwendet werden.

Das Gewinnen von EDTA-Plasma (EP) für klinisch-chemische und/oder serologische Parameter sollte nur in Ausnahmefällen geschehen, da EDTA die Messung einzelner Parameter wie z.B. Calcium, Magnesium und AP durch verschiedene Mechanismen  stören kann. Ebenso ist aus EDTA-Plasma Kalium nicht bestimmbar, da das EDTA als K-EDTA zugesetzt wird.

Einige Gerinnungsparameter können nur aus Citratplasma (CP) analysiert werden. Das Citratplasma ist gefroren zu lagern und gekühlt zu tranportieren. Die Durchführung von Thrombozytenfunktionstests aus abzentrifugiertem Citratplasma ist nicht möglich.



Serum

Probengewinnung in Röhrchen ohne Gerinnungshemmer

20 – 60 min stehen lassen, 10 min bei 2000 g zentrifugieren, Überstand abpipettieren und in ein unbeschichtetes Probengefäß überführen und Probengefäß beschriften.

Für die korrekte Bestimmung einzelner Parameter wie Insulin oder Fructosamine sollte ausschließlich Serum verwendet werden.

Das Einsenden von nicht abzentrifugierten Proben sollte nur in Ausnahmefällen (z.B. sehr geringe Probenmenge) erfolgen, da der Transport zu Zellschädigung und in der Folge zu einem hämolytischen Serum führen kann.

Hämolyse

Unter Hämolyse ist der Austritt intraerythrozytärer Substanzen aufgrund einer Schädigung der Zellmembran zu verstehen. Neben Phosphat, Eisen und Kalium ist hier vor allem das Hämoglobin zu nennen. Die durch Hämoglobin auftretende Rotfärbung des Serums / Plasmas bereitet in erster Linie bei den photometrischen Tests der klinischen Chemie Probleme.

Lipämie

Als Lipämie wird eine milchigtrübe Verfärbung von Serum / Plasma durch Neutralfette bezeichnet. Die Ursachen sind meist fütterungs- oder stressbedingt. Lipämie kann auch infolge endokrinologischer Erkrankungen wie M. Cushing oder Hypothyreose auftreten.

In lipämischen Proben ist die Messung von einigen klinischen Parametern wie z.B. Bilirubin häufig erschwert.

Ikterus

Als Ikterus bezeichnet man eine gelbliche Verfärbung von Serum / Plasma. Der übermäßige Anfall von Bilirubin, welcher die Ursache der Gelbverfärbung ist, ist in der Regel krankheitsbedingt und nicht beeinflussbar.

Beim Pferd ist die Gelbfärbung physiologisch.

 

Störfaktor

Parameter

Wert

Hämolyse

LDH, CK, AST, Bilirubin, AP, Kreatinin, PO4, K, Mg, Fe, Fructosamine

erhöht

Hämolyse

Ca, Glucose

erniedrigt

Lipämie

ALT, AST, AP, Bilirubin, Glucose, Ca, PO4,

Gesamteiweiß, Lipide, Hämoglobin

erhöht

Lipämie

Albumin, Amylase, Na, CI, K

erniedrigt

Ikterus

AP, Gesamteiweiß, Cl, PO4

erhöht

Ikterus

Triglyceride, Kreatinin, Mg

erniedrigt

Medikamente

Parameter

Wert

Penicillin G

K

erhöht

Tetrazykline

PO4

erhöht

Tetrazykline

K

erniedrigt

Salizylate

CK, AP, Glucose, Na, Gesamteiweiß

erhöht

Salizylate

K, Ca

erniedrigt

Kortikosteroide

CK, AP, Glucose, Na, Gesamteiweiß

erhöht

Kortikosteroide

K, Ca

erniedrigt

Phenylbutazon

Ca, Na

erhöht

Barbiturate

CK

erhöht

Halothan-Narkose

CK, PO4

erhöht

Glucose-Infusion

Glucose

erhöht

Glucose-Infusion

PO4

Blutbilder

  • EDTA- oder Lithium-Heparin-Blut
  • Bei der Probenentnahme möglichst die ersten 0,5 ml Blut verwerfen, da hier eine erhöhte Menge Gerinnungsfaktoren enthalten ist oder zuerst Serumprobe entnehmen.
  • Blut langsam am Röhrchenrand entlang laufen lassen.
  • Füllmenge beachten! Möglichst bis zur Markierung füllen, da bei zu geringer Füllmenge die Zellmorphologie verändert sein kann, auf keinen Fall überfüllen, da sonst die Probe gerinnen kann.
  • Nach Beendigung der Probenentnahme das Probenröhrchen vorsichtig schwenken.
  • Blutausstriche nicht im Kühlschrank und nicht in der Nähe von Formalin lagern.
  • Im Winter frostsicher verpacken, im Sommer evtl. kühlen.
  • Aussagekräftige Werte nur bei Proben, die nicht älter als 48 Stunden sind. 

Klinische Chemie aus Serum oder Heparin-Plasma

Ein baldiges Abzentrifugieren führt zu besseren Untersuchungsergebnissen, da die Gefahr der durch den Transport bedingten Hämolyse vermindert ist. Serum sollte allerdings mindestens 20 min stehen, um ein vollständiges Durchgerinnen der Probe zu gewährleisten.

Serumproben können auch gefroren versendet werden, dann kommen sie gekühlt im Labor an. Wiederholtes Einfrieren / Auftauen sollte jedoch unbedingt vermieden werden.

Glucose- und Lactatbestimmung

  • nur aus Natrium-Fluorid- oder Natrium-Oxalat-Blut möglich
  • Probenröhrchen maximal bis zur Markierung befüllen

Gerinnungsparameter

  • Die Bestimmung erfolgt aus Na-Citrat-Plasma, welches aus Citratblut mit einem Mischungsverhältnis von 1:10 (1 Teil Natrium-Citrat + 9 Teile Blut) gewonnen wird. Das Zentrifugieren sollte in der Praxis erfolgen.
  • Werden kommerzielle Röhrchen mit Citrat-Vorgabe benutzt, so muss vor der Entnahme auf das Verfalldatum geachtet werden, abgelaufene Röhrchen dürfen nicht mehr verwendet werden, da hier mit verfälschten Ergebnissen zu rechnen ist. Während der Entnahme ist exakt auf die Füllhöhe (Markierung auf dem Röhrchen) zu achten.
  • Sind keine kommerziellen Röhrchen vorhanden, so kann Natriumcitrat 3,13 %ig in einer Spritze vorgelegt werden.
  • Es dürfen keine heparinisierten Kanülen oder Katheter verwendet werden.

PTH (Parathormon / PTHrP (PTH rleated Protein) / Vitamin D

Das Probenmaterial für PTH, PTHrP und Vitamin D muss in separaten Gefäßen und in ausreichender Menge
(jeweils 0,5 ml) eingesendet werden. Das Serum muss nach der Abnahme sofort eingefroren werden und bis zur Untersuchung gefroren bleiben. Für die Vitamin D-Analyse muss das Serum zusätzlich lichtgeschützt sein.

 

Es muss sichergestellt sein, dass die Kühlkette bis zu Abholung und während des Transports nicht unterbrochen wird.

Für PTH und Vitamin D erfolgt die Analyse in der Regel innerhalb von zwei bis drei  Werktagen und für PTHrP innerhalb fünf Werktagen.

 

Ionisiertes Calcium (Cai)

Verwendung des ALOMED-Versand-Röhrchens “Cai”:

Das Röhrchen mit 0,7 ml Serum komplett füllen und in der ALOMED-Versandhülle ungekühlt als Brief per Post versenden.

Die Analyse erfolgt in der Regel am Tag des Probeneingangs.

 

Wichtig ist eine möglichst sterile Entnahme, um eine Verunreinigung mit physiologischer und /oder ubiquitärer Flora zu vermeiden.

Abstriche für die Bakteriologie (aerobe und anaerobe Keime) und die Mykologie sollten mit Transportmedium (Tupfer im Medium, TM) versendet werden, um die Keime beim Transport zu schützen.

Abstriche für Untersuchungen mittels PCR sollten ohne Transportmedium (Abstrich ohne Medium (A), Tupfer ohne Medium, trockener Tupfer) oder mit speziellem Medium versendet werden.

Harne sollten mittels Uricult, in einem sterilen Röhrchen oder mittels Tupfer mit Transportmedium versendet werden.

Haare und / oder Hautgeschabsel für die Dermatophytendiagnostik sollten am besten in einer Papiertüte oder Alufolie verschickt werden.

Für die Einsendung von Faeces / Kot sollten spezielle Einsenderöhrchen verwendet werden, keine Tüten oder zugeknotete Handschuhe; bei Vögeln Kloakentupfer mit Transportmedium.

Bei der Einsendung von Gewebeproben zur histopathologischen und immunhistologischen Untersuchung sind folgende Punkte zu beachten:

  • artefaktfreie Entnahme einer typischen Veränderung in ausreichender Größe (Durchmesser > 0,5 cm)
  • sofortige Fixierung (4 %iges Formaldehyd ≙ 10%igem Formalin)
  • Erstellung eines Vorberichtes mit Fragestellung und klinischem Bild
  • Einsendung in geeignetem Versandgefäß (kostenlos bei uns anzufordern)

Nähere Erläuterung

Als Probe ist ein repräsentatives Gewebestück ohne Präparationsartefakte (z.B. Zerreißung, Quetschung, Elektrokoagulation) zu entnehmen. Der Probendurchmesser von 0,5 cm sollte nicht unterschritten werden. Ausnahmen sind die Proben, die technisch bedingt nicht anders zu gewinnen sind (zum Beispiel endoskopisch genommene Magenbiopsien). Weiterhin ist bei der Probengröße zu berücksichtigen, dass zu kleine Proben wenig Information liefern, zu große dagegen unvollständig fixieren. Eine Kantenlänge der Gewebestücke von 1 cm ist günstig, wobei dies aufgrund der zu untersuchenden Veränderung, der Entnahmelokalisation und Fragestellung variieren kann.
Bei kleinen Veränderungen sollten diese zentral liegen, um beim Zuschneiden nicht übersehen und damit nicht angeschnitten zu werden. Im Zweifelsfall sollten mehrere Proben genommen werden.

Bitte beachten Sie: Die Einsendung ganzer Tierkörper ist aus seuchenrechtlichen Gründen nicht möglich.

PCR

Die PCR ist eine sehr sensitive sowie spezifische Methode zum Direktnachweis von Infektionserregern. Mittels PCR werden für die jeweiligen Erreger charakteristische Genabschnitte vervielfältigt und nachgewiesen – ggf. auch von nicht mehr vermehrungsfähigen Keimen.

Das für die PCR einzusendende Probenmaterial hängt entscheidend vom nachzuweisenden Erreger und der vorliegenden Symptomatik bzw. Fragestellung ab. Abhängig von der Ausbreitung des Erregers im Körper und dessen Ausscheidung sind verschiedene Probenmaterialien geeignet.

Erreger, die eine Virämie, Parasitämie oder Bakteriämie verursachen, können in dieser Phase der Infektion direkt in einer EDTA-Blutprobe (EB) nachgewiesen werden. Lithium-Heparin als Antikoagulans ist weniger gut geeignet, da es die PCR inhibieren kann. Bei Blutproben wie bei anderen flüssigen Proben wird eine Menge von mindestens 0,2 ml benötigt.

Im Gegensatz zur kulturellen bakteriologischen/mykologischen Untersuchung werden für PCR-Untersuchungen sterile Abstrichtupfer ohne Transportmedium (Abstrich ohne Medium (A), Tupfer ohne Medium, trockener Tupfer) empfohlen. Bei geringer Erregerkonzentration kann es bei Abstrichen in Medium zu falsch-negativen Ergebnissen kommen. Die Tupfer können für die Probenentnahme mit physiologischer Kochsalzlösung angefeuchtet werden. Ebenso eignen sich für PCR-Untersuchungen sog. Cytobrushes (Bürstchentupfer), die in einem unbeschichteten, sterilen Röhrchen versendet werden können.

Für Erregernachweise aus Kot werden ca. haselnussgroße Probenmengen benötigt. Für manche Erreger (z.B. Coronavirus, Tritrichomonas foetus) empfehlen wir Sammelkotproben über 3 Tage, da diese Erreger mit dem Kot intermittierend ausgeschieden werden.

Weitere Probenmaterialien wie z.B. Hautbiopsien, Organmaterial, Urin, Synovia, Liquor, Knochenmark- und Lymphknotenpunktate werden für PCR-Untersuchungen am besten in sterilen, unbeschichteten Probengefäßen verschickt. Fixierungslösungen wie Formalin o. ä. können zu DNA-Degradation, PCR-Inhibition und damit zu falsch-negativen Ergebnissen führen.

Die Proben müssen i. d. R. nicht gekühlt verschickt werden. Bis zum Versand kann das Probenmaterial im Kühlschrank bei 2 – 8° C gelagert werden. Wiederholtes Einfrieren/Auftauen sollte unbedingt vermieden werden.

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